Aktiv im Katzenschutz

Was genau machen eigentlich die Aktiven des Katzenschutzvereins?

Berichte aus der Vergangenheit über die Aktivenarbeit – aktueller denn je…

Haben Sie sich diese Frage auch schon öfter gestellt ? Dann geht es Ihnen wie mir. Und ich dachte mir, dass ich mal eines der aktiven Mitglieder befragen muss und habe mich an Frau Kolbe, langjähriges, aktives Mitglied beim DKSV, gewandt. Gerne hat sie sich bereit erklärt, mir einiges über ihre Arbeit zu erzählen. Und da gibt es viele Geschichten, so viele, dass man mehrere Bücher darüber schreiben könnte. Viele  Geschichten mit Happy End, viele, die ein nicht ganz so glückliches Ende genommen haben und auch einige kuriose Geschichten, wo man sich doch so manches Mal über die Eigenarten seiner Mitmenschen wundern muss.

So zum Beispiel dieser Fall, der die aktive Katzenfreundin in Atem hielt. Hierbei handelte es sich um eine Mutterkatze, die auf einem Reiterhof eingefangen wurde, damit sie kastriert werden kann. Auf Nachfrage hieß es, dass die Katzenbabys nicht auffindbar sind. Die Mutterkatze musste mehrere Tage in tierärztlicher Behandlung bleiben. In dieser Zeit hatte die Tierfreundin mehrmals versucht, die Katzenbabys zu finden, ohne Erfolg. Nach ca. 12 Tagen ging ein Anruf  ein, dass man die drei Katzenbabys gefunden hätte. Sie waren bereits schwach, jedoch mussten sie in der Zwischenzeit – wenn auch nur unzureichend – mit Nahrung versorgt worden sein. Unverzüglich nahm sich die Katzenschützerin der Kleinen an und brachte sie zu der Mutterkatze, die die schwachen Welpen sofort annahm. Leider verstarb eines der Kätzchen sehr schnell, da es bereits zu schwach war. Die beiden anderen haben anfangs noch etwas zugenommen. Nach einigen Tagen zog sich die Katzenmutter zurück, war apathisch und verweigerte die Nahrungsaufnahme. Bei einer  Untersuchung  zeigte sich ein Ausschlag im Mund, mit dem sich auch eines der Katzenbabys angesteckt hatte. Eine Blutuntersuchung des Tierarztes lieferte den Befund, dass sowohl die Katzenmutter, als auch die beiden verbliebenen Welpen an Katzenaids  (FIV) erkrankt sind. Da der kleine Kater bereits so schwach war, dass es für ihn keine Überlebenschance gab, musste der Kleine leider eingeschläfert werden. Auch das Katzenmädchen hat es leider nicht geschafft hat und ist verstorben. Die Mutterkatze konnte zu dem Reiterhof zurückgebracht werden.

Nachfolgend ein Fall aus Hörde, wo nach dem Tod der Pflegeperson 10 Katzen auf einem Gartengrundstück hinterlassen wurden. Bei Straßenarbeiten wurde dieses Gartengrundstück zugeschüttet. Es fand sich jedoch eine Katzenfreundin, die ein in der Nähe gelegenes Gartengrundstück für die Katzen gepachtet hat und sich dort weiter um die Tiere kümmert. Leider ist 1 Tier davon zwischenzeitlich verstorben.

 

Auch die anderen Aktiven Katzenschützer haben schon einiges erlebt und können ähnliches berichten.

So sollte sich auf einem Dachboden eine Katzenmutter mit fünf Babys aufhalten. Relativ schnell konnte die Mutter und mit ihr noch zwei der Kleinen eingefangen werden, die von einem Tierarzt untersucht werden konnten. Die restlichen drei Babys wollten einfach nicht in die Katzenfalle gehen, sodass sie erst einmal zurück blieben. Da sie bereits feste Nahrung zu sich nahmen, konnte man Futternäpfe aufstellen, damit die Nahrungsversorgung sichergestellt war. Nach mehreren Versuchen gelang es schließlich, erst ein, und später auch die restlichen zwei Welpen einzufangen, die dann ebenfalls tierärztlich untersucht werden konnten. Es haben sich einige Tierfreunde des Dachbodens angenommen, diesen aufgeräumt und katzengerechte Schlafplätze dort eingerichtet, sodass die Tiere wieder dorthin zurück gebracht werden konnten.

Wie läuft so ein „Einsatz“ eigentlich genau ab ?

Zuerst kommt der Anruf „Katze in Not“ mit einer kurzen Erklärung über das Katzenschutz-Infotelefon herein. Dann macht sich einer der Aktiven des Vereins auf den Weg zu dem beschriebenen Ort. Dort eingetroffen, werden die Nachbarn und Anwohner nach den Katzen befragt. Handelt es sich um eine Wohnsiedlung oder öffentliche Plätze , ist es unter Umständen schwieriger möglich, eine Katzenfalle aufzustellen. Dei Privatleuten ist es einfacher. Wenn es möglich ist, eine Lebendfalle aufzustellen, werden die Tiere angefüttert. Je nachdem, welche Erfahrungen die Tiere bereits mit Katzenfallen gemacht haben oder wie scheu sie sind, gelingt es schnell oder auch weniger schnell, sie einzufangen. Ist es gelungen, ein Tier zu fangen, wird es zu einem Vertrags-Tierarzt des DKSV gebracht, damit es dort erst einmal gründlich untersucht werden kann. Nicht kastrierte Tiere werden kastriert, gechipt, zusätzlich geimpft/entwurmt. Ist es möglich, dass Anwohner Katzen versorgen, werden sie nach der tierärztlichen Untersuchung und Kastration dort wieder freigelassen. Sowie wenn sie zu scheu für eine Vermittlung sind. Ansonsten muss ein geeigneter Pflegeplatz gefunden werden.  Nach einer gewissen Wartezeit stehen sie dann zur Vermittlung.

Auch verletzte Tiere werden von Anwohnern gemeldet und vom DKSV eingefangen und dann tierärztlich versorgt und ggf. untergebracht. In Notfällen unterstützt uns teilweise die Arche90, unser Dank dafür an dieser Stelle an die hilfsbereiten Kollegen.

 

Nachfolgender Fall hatte ein Happy-End durch schnelles Eingreifen. In Berghofen brachte eine Mutterkatze ihre 4 Jungen mit nach Hause. Die Kleinen hatten völlig verklebte Augen und benötigten dringend ärztliche Hilfe. Nach der erfolgreichen Behandlung wurden die Tiere in einer Pflegefamilie  untergebracht und dort ging es ihnen schnell wieder gut.

Nicht ganz  so viel Glück hatte eine Katze mit einer Schwanzverletzung, die in Asseln eingefangen werden musste. Nach einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung musste dem Tier leider ein Stück des Schwanzes amputiert werden.

Leider gibt es aber auch immer wieder Menschen, die die Notwendigkeit unseres Einsatzes nicht verstehen, oder  uns sogar Böses unterstellen. So sollten in einem Fall in Dortmund an einer Stelle 10 Katzen leben. Der Mann, der die Tiere versorgte, beschimpfte und verjagte die Katzenschutzmitglieder, da er Angst hatte, er würde die Tiere nach  der Behandlung und Kastration durch einen Tierarzt nicht wieder zurück erhalten.

Es gibt jedoch glücklicherweise auch viele Menschen, die sehr dankbar für die erfolgte Hilfe sind, und sich sogar nach dem Einsatz nochmals mit einem Dankesschreiben an die aktiven Katzenschützer wenden. In einem Beispiel hatte sich ein Sozialarbeiter an uns gewandt, da eine seiner Klientinnen eine Katze hatte, die unsauber wurde und völlig verrückt spielte. Er brachte das Tier, damit eventuell Hilfestellung geleistet werden kann. Das Tier sollte lt. einer Tierärztin  einen Herzfehler haben und konnte deshalb nicht kastriert werden. Aus diesem Grund wurde der Katze jede Woche  die Pille verabreicht, damit es nicht zu  einer ungewollten Trächtigkeit kommt. Nach einer nochmaligen gründlichen tierärztlichen Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Kater handelte, der auf Grund der Hormonbehandlung völlig aus dem Gleichgewicht geraten war. Die Pille wurde abgesetzt, der Kater kastriert. Inzwischen lebt er wieder bei seiner Besitzerin und es geht beiden gut.

Damit vielen Katzen solche Schicksale erspart bleiben, denken Sie bitte daran, wie viel Leid eine rechtzeitige Kastration verhindern kann !!

Herzlichen Dank an die Autorin, die sich viel Mühe gegeben hat, diesen Text für uns zu verfassen.